08.08.2016 10:45 Alter: 323 days

Seniorenbüros sehen viele Ältere in Begleitung Geflüchteter

Bremen/Bonn (epd). Viele Ältere in Deutschland übernehmen nach Angaben der Bonner Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros Patenschaften für Flüchtlinge, um so ihre Integration zu unterstützen. "Die Bereitschaft ist sehr hoch", sagte am Donnerstag in Bremen Erik Rahn, Koordinator des bundesweiten Projektes "Alt für Jung Patenschaften - Seniorenbüros helfen Geflüchteten". Mit dieser Initiative beteiligt sich die Arbeitsgemeinschaft am Programm des Bundesfamilienministeriums "Menschen stärken Menschen".

Mit 17 ausgewählten Organisationen wie dem Bremer Verein "Ambulante Versorgungsbrücken" sollen bundesweit auf lokaler Ebene 300 Patenschaften für Geflüchtete in verschiedenen Lebensaltern gestiftet werden. Rahn besucht gerade die beteiligen Stellen und sagte, die Arbeit der Freiwilligen sei "der Ernstfall des Engagements". In Vorbereitung und Qualifikation müsse viel geleistet werden, um jeweils unterschiedliche kulturelle Hintergründe verstehen und danach handeln zu können.

So gehe es auch darum, die Ehrenamtlichen vor einer Überforderung zu schützen. Es könne nicht das Ziel sein, durch freiwilliges Engagement Versorgungslücken zu schließen, sondern ergänzend und in Kooperation mit Kommunen und Trägern der Flüchtlingshilfe die Integration Asylsuchender voranzubringen. Wenn das "hierarchiearm" passiere, könnten alle profitieren.

"Wer sich da engagiert, kann etwas erleben", berichtete Rahn von seinen Besuchen bei den Projektpartnern. Der direkte Kontakt zu den Geflüchteten entwickele sich oft nicht nur zu einem Korrektiv eigener Vorurteile. "Viele der Engagierten berichten davon, dass ihr Horizont erweitert wird - in jeglicher Hinsicht."

Gerade die freiwillige Beteiligung Älterer bei der Integration Geflüchteter sollte stärker wertgeschätzt werden, forderte der 50-jährige Sozialpädagoge. Elsbeth Rütten vom Verein "Ambulante Versorgungsbrücken" ergänzte, der Bedarf an Begleiterinnen und Begleitern für Geflüchtete wachse stetig: "Man tut sich mit dem Ankommen in einer fremden Welt sehr viel leichter, wenn da jemand ist, der die Fremdheit mildert." (4109/14.07.16)

epd lnb sel mir

Quelle: newsletter.helena.de/mobile%20lnb.2541617.htm